Die geplante Übernahme von Warner Bros. Discovery durch Paramount hat in Europa eine entscheidende Phase erreicht. Während die Europäische Kommission nach Medienberichten auf eine Genehmigung zusteuert, sofern Paramount wettbewerbsrechtliche Zugeständnisse umsetzt, könnte sich das Verfahren in Großbritannien verlängern.

Den bislang wichtigsten Schritt machte Paramount mit der Einreichung von Zusagen bei der EU-Kommission. Daraufhin wurde die Frist für eine Entscheidung in der ersten Prüfungsphase vom 7. auf den 22. Juli verlängert. Nach übereinstimmenden Berichten internationaler Branchenmedien gilt als wahrscheinlich, dass Paramount seine Beteiligung an United International Pictures (UIP), dem gemeinsamen Filmverleih mit Universal Pictures in mehreren europäischen Märkten, aufgeben wird. Die EU-Kommission hat den Inhalt der eingereichten Zusagen allerdings nicht offiziell bestätigt.

Bereits zuvor hatte sich abgezeichnet, dass die Kommission einer Übernahme grundsätzlich zustimmen könnte, sofern wettbewerbsrechtliche Bedenken ausgeräumt werden. Der mögliche Ausstieg aus UIP gilt dabei als zentrale Auflage. Betroffen wären unter anderem die Märkte Dänemark, Griechenland, Ungarn, Norwegen, Polen und Schweden. In Deutschland hätte dieser Schritt hingegen kaum unmittelbare Auswirkungen, da Paramount und Universal ihre Filme bereits seit vielen Jahren über eigene Verleihgesellschaften vertreiben.

Während sich in Brüssel eine Lösung abzeichnet, wächst in Großbritannien die Unsicherheit. Die britische Kultur- und Medienministerin Lisa Nandy hat angekündigt, sie neige dazu, in das Verfahren einzugreifen und eine vertiefte Prüfung einzuleiten. Anders als die EU stehen dabei nicht wettbewerbsrechtliche Fragen im Filmverleih im Vordergrund, sondern die Sicherung der Medienpluralität. Im Fokus stehen insbesondere Nachrichten- und Streamingangebote sowie Fernsehsender des fusionierten Unternehmens.

Für die Filmwirtschaft bedeutet dies, dass die europäische Genehmigung zwar näher rückt, der Abschluss der Transaktion jedoch weiterhin vom Ausgang der britischen Prüfung abhängt. Paramount hält dennoch an seinem Zeitplan fest und geht nach eigenen Angaben davon aus, dass die Übernahme keine Probleme hinsichtlich der Medienvielfalt im Vereinigten Königreich aufwirft.

Sollte die EU-Kommission die angebotenen Zugeständnisse akzeptieren, wäre eine der wichtigsten regulatorischen Hürden in Europa genommen. Anschließend dürfte sich der Blick vor allem auf das Verfahren im Vereinigten Königreich richten.