Mit dem Kabinettsbeschluss zum Regierungsentwurf des Bundeshaushalts 2027 steht die deutsche Filmwirtschaft vor einer neuen finanzpolitischen Realität. Während die Bundesregierung den Etat insgesamt auf Investitionen, Sicherheit und wirtschaftliche Transformation ausrichtet, soll die wirtschaftliche Filmförderung des Bundes deutlich geringer ausfallen als noch im laufenden Jahr.

Nach dem Regierungsentwurf sind für den Deutschen Filmförderfonds (DFFF) und den German Motion Picture Fund (GMPF) künftig zusammen 214 Millionen Euro vorgesehen. Gegenüber dem bisherigen Fördervolumen von 250 Millionen Euro entspricht dies einer Reduzierung um 36 Millionen Euro.

Kurswechsel nach der Aufstockung

Die geplante Kürzung markiert einen Richtungswechsel. Erst mit dem Haushalt 2026 waren die Mittel für die wirtschaftliche Filmförderung deutlich erhöht worden, um die Wettbewerbsfähigkeit des Produktionsstandorts Deutschland zu stärken und internationale Produktionen verstärkt ins Land zu holen.

Nun fällt ein Teil dieser Aufstockung wieder weg. Für Produzenten bedeutet dies vor allem geringere Planungssicherheit bei der Finanzierung künftiger Projekte. Gerade im internationalen Wettbewerb gelten verlässliche und langfristig kalkulierbare Förderinstrumente als entscheidender Standortfaktor.

Keine Mittel für ein Zukunftsprogramm Kino

Neben der Reduzierung der Produktionsförderung enthält der Regierungsentwurf auch keine neuen Haushaltsmittel für ein Zukunftsprogramm Kino.

Das Programm hatte in den vergangenen Jahren zahlreiche Investitionen in Modernisierung, Digitalisierung, Barrierefreiheit und energetische Maßnahmen unterstützt. Ob und in welcher Form eine Anschlussförderung geschaffen wird, bleibt nun Gegenstand der parlamentarischen Haushaltsberatungen.

Gerade für kleinere und unabhängige Kinos dürfte dieser Punkt von besonderer Bedeutung sein, da Investitionen in die Infrastruktur häufig nur mithilfe öffentlicher Förderung realisiert werden können.

Konsolidierung des Bundeshaushalts trifft zahlreiche Förderbereiche

Die Einschnitte bei der Filmförderung sind Teil einer umfassenden Haushaltskonsolidierung. Nach Angaben der Bundesregierung wurde der Regierungsentwurf darauf ausgerichtet, die bestehende Finanzierungslücke zu schließen und gleichzeitig Rekordinvestitionen in Infrastruktur, Wirtschaft, Sicherheit und Verteidigung zu ermöglichen.

Von den Einsparvorgaben sind zahlreiche Ressorts betroffen. Die Filmförderung bildet dabei keine Ausnahme, sondern ist Teil einer breiteren Prioritätenverschiebung innerhalb des Bundeshaushalts.

Entscheidung fällt erst im Bundestag

Für die Filmbranche ist der Kabinettsbeschluss noch nicht das letzte Wort. Der Regierungsentwurf wird nun im Bundestag beraten und kann dort noch verändert werden. Erfahrungsgemäß werden insbesondere im Kulturetat regelmäßig Anpassungen vorgenommen.

Entsprechend richtet sich der Blick der Verbände, Produzenten, Kinobetreiber und Länder nun auf die anstehenden Beratungen im Haushaltsausschuss. Dort wird sich entscheiden, ob die geplante Kürzung der Filmförderung Bestand hat oder ob zusätzliche Mittel für DFFF, GMPF oder ein Zukunftsprogramm Kino bereitgestellt werden.

Bis dahin steht fest: Die Bundesregierung setzt im Haushaltsentwurf 2027 andere finanzpolitische Prioritäten. Für die Filmwirtschaft beginnt damit eine entscheidende Phase, in der die parlamentarischen Beratungen maßgeblich über die künftigen Rahmenbedingungen des Filmstandorts Deutschland entscheiden werden.